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Dohuk (Irak) - "Als mein Vater mir vor einigen Wochen mitteilte wieder in de kurdischen Teil des Irak zu reisen um sich mit unserer arabischen Verwandtschaft zu treffen, beschloss ich kurzerhand mitzukommen. Wir flogen nach Diyarbakir in der Osttürkei, wo auch schon 80 Prozent der Bewohner Kurden sind, und bezogen für eine Nacht ein Hotel in dem klar wurde, dass deutscher Standard, trotz des verhältnismäßig hohen Preises von 50 Dollar, von nun an nicht mehr zu erwarten wäre."
"Am nächsten Tag ging es mit dem Taxi Richtung irakischer Grenze ein umsichtiger Taxifahrer, das war die erste Überraschung des Tages immerhin brechen die Türken immer wieder Rekorde wenn es um Verkehrstote geht , brachte uns sicher an den Grenzübergang IbrahimHalil und erledigte alle Formalitäten. Die Unzahl an Zetteln die empfangen und woanders abgegeben wurden hätten auch jeden deutschen Beamten erfreut. Mehr oder weniger zufällig begab ich mich dann an der Grenze in ein großes Gebäude, das sich zu meiner großen Überraschung als Dutyfree Laden herausstellte, der durchaus auch am Münchner Flughafen nicht negativ aufgefallen wäre. Die üblichen Spirituosen, Parfum, Süßigkeiten, alles sehr sauber und ordentlich.
Nachdem wir auch endlich die kurdischen Kontrollen hinter uns hatten und bestimmt achtmal die Pässe gezeigt hatten (alles sehr zeitaufwendig aber korrekt es gibt keine Schmiergeldzahlungen und man wird auch nicht beklaut) nahm uns mein Onkel in Empfang und wir fuhren nach Dohuk. Dort schüttelte ich erstmal dreißig Hände und sah dreißig unbekannte Gesichter abgesehen von meinem Onkel hatte ich noch keinen je gesehen. Der restliche Tag wurde mit Essen und Gesprächen zugebracht wobei ich natürlich wenig mitbekomme, da meine Arabischkenntnisse doch sehr rudimentär sind, außerdem wird ja schnell und Dialekt gesprochen. Mit Englisch, was einige sehr gut können, und Händen und Füssen geht's.
Am nächsten Morgen erstes Erkundungsläufchen. Leider hat ganz Dohuk einen neuen Anstrich und ein Putzkommando nötig auch wenn ich doch tatsächlich die Müllabfuhr und die Straßenreinigung in Aktion sehen durfte. Da musste ich wirklich schmunzeln. Ich bin überzeugt, dass es die Kurden, wenn auch nicht in naher Zukunft, eines Tages schaffen halbwegs Ordnung und Wohlstand in ihr de facto unabhängiges Land zu bringen.
Den ersten Supermarkt der diesen Namen auch verdient durfte ich bewundern, ebenso wie das überall gegenwärtige Internet, für das leider zu oft der Strom ausfällt. So wie die Oberleitungen verlegt sind, ich wurde Zeuge wie 20 Meter vor mir eine Leitung explodierte, wundert einen das aber nicht. TÜV- Mitarbeiter würden angesichts dieser Zustände sofort einen Herzinfarkt bekommen.
Die Landschaft an sich ist etwas karg vor allem in der Winterzeit aber die Umgebung des Stausees von Dohuk, die die nächsten zwei Tage mein Laufrevier wurde, ist schon reizvoll. Am Sonntag begann meine persönliche Odyssee, sie dauerte zwar keine 20 Jahre, aber 2 Tage. Sie fing schon mit einer endlos langen Kontrolle eines Mitreisenden an der Grenze an und endete mit einer Zusatznacht in Istanbul ob eines stark verspäteten Fluges. Viel trainieren konnte ich natürlich nicht aber das kommt ja bald."
Zu den Bildern
Name: Faris Al-Sultan
Nationalität: Deutsch
Geburtsort und Geburtstag: München, 21.01.1978
Wohnort: München, Bayern, Deutschland
Beruf: Profi-Triathlet,
Studium der Geschichte und Kultur des Nahen Orients (derzeit ausgesetzt)
Familienstand: ledig
Vereine: TV Thalmässing (Erststartrecht),
Triathlon Team Witten (Zweitstartrecht), 3athlon.org e.V. (Ehrenmitgliedschaft),
Freier Wassersport München (Schwimmverein)
Erfolge: 1 x Hawaii Champ, 4 x Deutscher Meister,...