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O-Töne aus Buschhütten

Faris Al Sultan der Zweitplatzierte von Buschhütten hat uns einen kleinen Erlebnisbericht geschrieben.

Am Samtagmorgen fuhren Markus Forster und ich nach Buschhütten leider ohne die AH (alten Herren) des Vereins, weil die krank daniederlagen. Um 15.00 Uhr gaben wir zwei mit Lothar Leder und Stephan Vuckovic eine Autogrammstunde in einem Einkaufszentrum in Siegen - was mir eigentlich schon fast peinlich war, da mich ja noch kaum jemand kennt, und ich das zum erstenmal gemacht habe und ja auch noch kaum Erfolge vorweisen kann.

Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück und etwas ausruhen ging es zur Pressekonferenz, wo wir beide neben Maik Petzold, Lothar, Stephan, Ralph Zeetsen, den Mädels Anja Heil, Nicole Leder, Ute Mückel und Ina Reinders und dem erkrankten und daher nicht startenden Stefan Balzer und Andreas Niedrig unsere Statements abgaben.

Dann fuhren wir uns etwas warm und gaben die Fahrräder ab, zogen uns an, fetteten uns ein was bei 8 Grad Luft und 23 Grad Wassertemperatur echt notwendig war, machten uns warm und dann gings los. Die erste Bahn ein Supergemetzel, mein Trainer hätte sich geschämt mich so schwimmen zu sehen. Maik verpasste mir ein paar ordentliche Hiebe in die Leiste, natürlich unabsichtlich und ich schluckte soviel Wasser wie nie zuvor in meinem Leben. Nach der zweiten Bahn übernahm ich total benommen die Führung Maik hinter mir und versuchte in meinen Rhythmus zu kommen was mir eigentlich nie so recht gelang, was dazu führte das ich mich weder von Maik noch wir beide so richtig von den anderen absetzen konnten außer von Markus der hinter Ralph Zeetsen schwamm und als dieser abreißen ließ zurückfiel. Nach 20 Bahnen wars vorbei ich stieg aus dem Wasser und zum erstenmal war meine Sonnenbrille mein Helm und meine Startnummer nicht am Rad bzw. die Nummer schon beim Schwimmen an mir, so daß mir in dem Gewühl des Wechsels meine schöne Silberorange Oakley M-Frame aus der Hand fiel. Als ich sah, daß ein Helfer sich in die Richtung der Brille bewegte, entschied ich nicht zurückzulaufen - ein Fehler wie sich im Ziel herausstellte, da jemand anderem die Brille wohl gefiel, und er sie statt meiner abholte.

Ich rannte weiter und hatte abgesehen von der Sonnenbrille, ich fahre eigentlich nie ohne Sonnenbrille, einen guten Wechsel. Doch schon nach fünfhundert Metern hörte ich etwas brutal schnaufendes, etwas hinter mir und dachte zunächst ein Kampfhund habe sich irgendwo losgerissen und sei jetzt auf der Jagd nach meinen dünnen Waden, aber dieses etwas das da mit Schaum vorm Mund hinter mir war- war der Wechselmeister Lothar, der so schnaubend und prustend an mir vorbei kam, daß ich ihn fragte was er da mache. Aber er zog trotz einiger Probleme beim Radschuhschliessen an mir vorbei und trotz meiner guten Vorsätze und der wohl vorhandenen körperlichen Möglichkeiten verhinderte irgendetwas mich voll auszuschöpfen und mit ihm mitzufahren, nach einiger Zeit war Lothar weg und Maik und Daniel Hechenblaickner fuhren zu mir auf. In dieser Dreiergruppe wurde zwar gemeinsam gefahren, aber nicht gelutscht, die Straße war komplett gesperrt und sehr breit, so daß es leicht war sich nicht ins Gehege zu kommen. Während wir so dahinfuhren und sich der Abstand zu Lothar vergrösserte, packte derweil der Markus, der nach dem Schwimmen etwa eine Minute Rückstand hatte den Radhammer aus und fuhr in der letzten Runde zu uns auf und übernahm bis ins Ziel die Führung.
Ich wechselte kältebedingt und weil ich leider nicht so der Wechselmeister bin als fünfter - aber bereits auf dem Bike wußte ich daß ich den Daniel überholen würde. Auf der ersten überholte ich ihn, aber leider überraschenderweise auch den Markus nun war ich dritter. In der vierten und letzten Runde lief ich auf Maik auf - als wir Lothar, der uns entgegenkam vorab schon einmal gratuliert hatten, sagte ich zu Maik der immer noch neben mir lief:" Also wenn wir jetzt einen Marathon laufen würden wüsste ich daß ich gewinne, so bin ich mir nicht ganz sicher." Ich beschleunigte an der Steigung aber Maik hielt mit, am Wendepunkt ließ ich ihn vor. Es ging bergab ich beschleunigte er hielt mit, wir liefen eine Kurve bergauf er innen über Gras ich außen über Asphalt. Über die Brücke.Da erinnerte ich mich an das beste Rennen meiner noch jungen Karriere, eine oberbayrische Crosslaufmeisterschaft, wo bereits nach dreihundert Metern feststand daß ich mich mit Dieter Ranftl einem deutschen Ex-Berglaufmeister duellieren würde und mir in der letzten Runde klar wurde, daß ich so weiterlaufen konnte wie bisher und zweiter werden oder alles geben, den Zusammenbruch riskieren und siegen. Ich entschied mich damals für den Sieg über Ranftl und diesemal für den Sieg über Maik als es von der Brücke steil runterging machte ich die Beine lang und hängte ihn ab und wurde zweiter. Ich freute mich fast so, als hätte ich gesiegt und nicht der Lothar. Markus wurde fünfter. Ein guter Tag für unser Team.
(Faris Al-Sultan/ Kai Baumgartner - www.3athlon.de)

Die wichtigsten Fakten/ Quick facts

Name: Faris Al-Sultan
Nationalität: Deutsch
Geburtsort und Geburtstag: München, 21.01.1978
Wohnort: München, Bayern, Deutschland
Beruf: Profi-Triathlet, Studium der Geschichte und Kultur des Nahen Orients (derzeit ausgesetzt)
Familienstand: ledig
Vereine: TV Thalmässing (Erststartrecht), Triathlon Team Witten (Zweitstartrecht), 3athlon.org e.V. (Ehrenmitgliedschaft), Freier Wassersport München (Schwimmverein)
Erfolge: 1 x Hawaii Champ, 4 x Deutscher Meister,...